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2018: ZEI Master Fellows diskutieren Migrationspolitik mit Juniordiplomaten aus der Mittelmeer-Region

Nach wie vor riskieren viele Menschen die lebensgefährliche Flucht über das Mittelmeer. Sie benötigen internationalen Schutz und kommen in die EU, um Asyl zu beantragen. Verfolgung im Herkunftsland aus ethnisch-religiösen Gründen, Flucht vor Bürgerkrieg und Vertreibung oder die Suche nach einem besseren Leben: Es gibt eine Vielzahl an Fluchtursachen. Der diesjährige ZEI-MEDAC Roundtable, der am 18. April 2018 im ZEI in Bonn stattfand, hat sich insbesondere diesen „Push-Faktoren“ gewidmet. Der ZEI-MEDAC Roundtable ist Teil der langjährigen Kooperation des ZEI und der Mediterranean Academy of Diplomatic Studies (MEDAC). Das Format bietet Studierenden, Nachwuchsdiplomaten und angehenden Wissenschaftlern von beiden Seiten des Mittelmeers die Gelegenheit, Ideen und Erfahrungen auszutauschen. Zu den Referenten gehörten: Binta Jeng, Gambia, Abram Wagdy Latif Gad, Ägypten und Osama Al-Mashini, Jordanien (alle MEDAC) sowie Khushhal Yousofi, Afghanistan, Veronika Maria Cieslak, Polen und Javier González Lopez, Spanien (ZEI Master Fellows "Class of 2018"). Die Gruppe der an der MEDAC studierenden Diplomaten wurde von MEDAC-Direktor Prof. Dr. Stephen C. Calleya und Dr. Monika Wohlfeld (Verantwortliche der ZEI-MEDAC Kooperation) angeführt.

2017: Diskussion zur Migrationspolitik mit Juniordiplomaten aus der Mittelmeer-Region

Die Migrationskrise stellt den euro-mediterranen Raum vor beispiellose Herausforderungen. Obwohl sich die politische Wirklichkeit in den betroffenen Herkunfts-, Transit- und Zielländern häufig erheblich unterscheidet, sollten Europäer, Araber und Afrikaner den Fluchtursachen mit gemeinsamen Strategien begegnen. Zu diesem Resümee kam der diesjährige ZEI-MEDAC Roundtable, der am 5. April 2017 im Rahmen der langjährigen Kooperation des ZEI und der Mediterranean Academy of Diplomatic Studies (MEDAC) in Bonn stattfand. Bei Vorträgen mit anschließender Diskussionsrunde bot sich Studierenden von beiden Seiten des Mittelmeeres die Gelegenheit, Ursachen der Krise und mögliche Lösungsansätze für die Region zu diskutieren. Zu den Referenten gehörten: Liam Gauci, Malta, Olivia Ludger Maboko, Tansania und Mohammad Kawzaa, Ägypten (alle MEDAC) sowie Christina Palii, Moldawien, Maija Pusinska, Lettland und Teodora Ladjic, Montenegro (ZEI Master Fellows "Class of 2017"). Die Gruppe der an der MEDAC studierenden Diplomaten wurde von MEDAC Direktor Prof. Dr. Stephen C. Calleya und Dr. Monika Wohlfeld (Verantwortliche der ZEI-MEDAC Kooperation) angeführt. 

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2016: Herausforderungen des euro-mediterranen Raums

Die Migrationskrise stellt den euro-mediterranen Raum vor beispiellose Herausforderungen, die Europäer und Araber gemeinsam angehen müssen. Zu diesem Schluss kam der diesjährige ZEI-MEDAC Workshop, der am 14. April 2016 im Rahmen der langjährigen Kooperation des ZEI und der Mediterranean Academy of Diplomatic Studies (MEDAC) in Bonn stattfand. Bei Vorträgen mit anschließender Diskussionsrunde bot sich Studierenden von beiden Seiten des Mittelmeeres die Gelegenheit, Ursachen der Krise und mögliche Lösungsansätze für die Region zu diskutieren. Zu den Referenten gehörten: Upendo Peniel Mwasha, Vilen Murzac und Ahmed Raafat Hanafy (MEDAC) sowie Grace Harper, Jovana Gudzic und Lindsey Brown (ZEI MES "Class of 2016"). Die Gruppe der an der MEDAC studierenden Diplomaten wurde von MEDAC Direktor Prof. Stephen C. Calleya und Dr. Monika Wohlfeld (Verantwortliche der ZEI-MEDAC Kooperation) angeführt.

2015: Migrationsherausforderungen im Gespräch mit arabischen Diplomaten

"Es ist wichtig, dass in den westlichen Gesellschaften ein Bewusstsein dafür geschaffen wird, dass Einwanderer einen Gewinn für diese Gesellschaften bringen können.“ Angesichts der Aktualität des Themas  Migration sei dieser Grundsatz umso mehr gültig, so die junge Diplomatin Daphine Teddy Nyanduri aus Uganda. Gemeinsam mit anderen Diplomaten aus der europäischen Nachbarschaft, die derzeit an der Mediterranean Academy of Diplomatic Studies (MEDAC) in Malta ein Aufbaustudium absolvieren, war sie zu einer Diskussionsrunde in das Zentrum für Europäische Integrationsforschung (ZEI) gekommen. Diese fand im Rahmen der langjährigen Kooperation von ZEI und MEDAC am 6. Mai 2015 statt und bot Studierenden von beiden Seiten des Mittelmeers Gelegenheit, ihre Ideen und Erfahrungen angesichts beispielloser Herausforderungen in dieser Region auszutauschen. Die an der MEDAC studierenden Diplomaten wurden von MEDAC Direktor Prof. Stephen Calleya, Dr. Monika Wohlfeld und Dr. Grech begleitet. Die Master Fellows des ZEI (Jahrgang 2015) nahmen mit ZEI Direktor Prof. Dr. Ludger Kühnhardt an der Diskussion teil. Gemeinsam mit ihren Professoren hielten Studierende beider Einrichtungen kleine Vorträge mit anschließender Diskussion zu verschiedenen aktuellen Fragen des euro-mediterranen Raums wie Migration, Interkulturelle Beziehungen und die Europäische Nachbarschaftspolitik.

2013: Bildung in der arabischen Transformation

„Eine gut ausgebildete Jugend ist und bleibt das Rückgrat einer jeden stabilen Gesellschaft.“ Vor dem Hintergrund der anhaltenden Unsicherheiten über den weiteren Weg der arabischen Transformationsgesellschaften bleibe dieser Grundsatz umso mehr gültig, so die ägyptische Diplomatin Jouman Nigmeldeen. Gemeinsam mit anderen arabischen Diplomaten, die derzeit an der Mediterranean Academy of Diplomatic Studies (MEDAC) ein Aufbaustudium in Malta absolvieren, war sie zu einem gemeinsamen Workshop an das Zentrum für Europäische Integrationsforschung (ZEI) gekommen. Im Rahmen der langjährigen Kooperation von ZEI und MEDAC wurden am 24. und 25. April 2013 Grundfragen der künftigen Ausrichtung der Bildungs- und Forschungszusammenarbeit diskutiert, die relevant für die Europäische Union wie für die arabischen Transformationsländer sind. Neben Master Fellows des ZEI ("Class of 2013") und den an der MEDAC studierenden arabischen Diplomaten nahmen weitere Studierende und Wissenschaftler aus Deutschland und dem Kaukasus sowie aus Malta, angeführt von MEDAC Direktor Prof. Stephen Calleya und Prof. Monika Wohlfeld, sowie Vertreter des Deutschen Akademischen Austauschdienstes (DAAD) an dem Workshop teil. Der Ehrenpräsident der Europäischen Gesellschaft ehemaliger Parlamentarier, Prof.Dr. Uwe Holtz (SPD), berichtete über die Aktivitäten der elder statesmen in der europäischen Politik, der Stärkung der demokratischen Prozesse in der arabischen Welt auch weiterhin die gebührende Aufmerksamkeit zu widmen.


Weitere Vorträge und Diskussionen befassten sich mit Problemen der strategischen Ausrichtung der Beziehungen zwischen der EU und dem arabischen Raum, dem Nahostkonflikt, der Rolle der Medien in der Berichterstattung von Konfliktsituationen in der arabischen Welt und Fragen der künftigen Energiesicherheit Europas und der arabischen Nachbarn. Der Workshop und die damit verbundene Studienreise der MEDAC-Delegation, die diese auch zur Europäischen Zentralbank nach Frankfurt und zu Gesprächen mit deutschen Regierungsvertretern nach Berlin führte, wurden im Rahmen des vom DAAD geförderten "German Chair in Peace und Conflict Prevention“ (Prof.Monika Wohlfeld)  an der MEDAC ermöglicht. 

 

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Prof. Dr. Uwe Holtz, Ehrenpräsident der Vereinigung ehemaliger europäischer Abgeordneter

 

2012: Germany in the EU and the Mediterranean.

Freiheit, Demokratie und Fortschritt. Seine eigene Lebensgeschichte zwischen Diktatur und Aufbruch in Estland und die aktuellen Ereignisse in der Maghreb-Region während des sog. „Arabischen Frühlings“ verquickte der Europaparlamentsabgeordnete Tunne Kelam (EPP) in seinem Vortrag am 7. Februar 2012 am ZEI. Dabei hob er insbesondere die Bedeutung der Freiheit hervor und den Wunsch und Kampf nach einer eigenen Identität und Souveränität. Gleichzeitig erläuterte er an dem Beispiel des „Prager Frühlings“ und den darauffolgenden langsamen Umwälzungen in Osteuropa, dass es länger als eine Generation dauern kann, bis gesellschaftliche und politische Veränderungen Wirkung zeigen.

Tunne Kelams Rede eröffnete einen mehrtägigen gemeinsamen Workshop des ZEI mit der Mediterranean Academy of Diplomatic Studies (MEDAC) von Malta. Unter dem Titel „Germany, the EU, and the Arab Spring“ führte die Veranstaltung ZEI-Studenten, ZEI-Wissenschaftler und junge Diplomaten aus dem Nahen Osten, dem Kaukasus sowie einigen afrikanischen Ländern, die alle an der MEDAC studieren, zusammen.

Neben Kelam, der im Europaparlament Mitglied im Ausschuss für Außenbeziehungen ist und dort die Ereignisse im Mittelmeerraum aktiv begleitet, sprachen am Eröffnungstag Barbara Wolf, Leiterin der Abteilung Naher Osten und Nordafrika im Auswärtigen Amt, Hansjörg Lanz, Leiter der Abteilung Naher Osten und Nordafrika bei der Friedrich-Ebert-Stiftung sowie der Botschafter Maltas in Deutschland, S. E. Karl Xuereb.

Im Verlauf der Woche hörten die Teilnehmer zudem Vorträge u.a. von Oberstleutnant Dr. Thorsten Weber des Bundesministeriums der Verteidigung über Deutschlands Sicherheits- und Verteidigungspolitik, besuchten die Vereinten Nationen und die Europäische Zentralbank in Frankfurt a. M. Für eine gemeinsame Veranstaltung mit der Bonner EU-Kommissionsvertretung unter Leitung von Dr. Stephan Koppelberg bei der Deutschen Welle konnte der ehemalige EU-Botschafter Christian D. Falkowski gewonnen werden, der in seinem Vortrag über zukünftige und gegenwärtige Herausforderungen für die EU Erfahrungen aus seiner Zeit als Vertreter der EU u. a. in Ägypten, Jordanien und dem Jemen einfließen ließ. In einem Exkurs erläuterte Valentin Hollain der Bonner Non-Profit-Organisation EUROSOLAR die Energiewende in Deutschland und Implikationen für andere Regionen in der Welt.

ZEI-Direktor Prof. Dr. Ludger Kühnhardt und MEDAC-Direktor Prof. Dr. Stephen Calleya bedankten sich beim Deutschen Akademischen Austauschdienst (DAAD). Die Studienreise und der gemeinsame Workshop wurden im Rahmen des vom DAAD geförderten deutschen Lehrstuhls in „Peace und Conflict Prevention“ an der MEDAC, den Frau Dr. Monika Wohlfeld innehat, ermöglicht. 

 

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Eröffnungstag: Gebhard Reul, DAAD, S. E. Botschafter Karl Xuereb, Barabara Wolf, Auswärtiges Amt, Tunne Kelam, MdEP, Dr. Monika Wohlfeld, MEDAC, Prof. Dr. Ludger Kühnhardt, ZEI

 

2011: Germany in the EU and the Mediterranean.

Marc Jan Eumann, Staatssekretär bei der Ministerin für Bundesangelegenheiten, Europa und Medien des Landes Nordrhein-Westfalen, sprach sich deutlich für eine Fortführung der proaktiven Europapolitik der Bundesregierung aus. Um die Solidarität zwischen den Mitgliedstaaten in Krisenzeiten zu garantieren, würden hierbei Euro Bonds eine entscheidende Rolle zukommen. Staatssekretär Eumann kritisierte, dass Deutschland momentan seine Rolle als Vorbild und Motor der Europäischen Integration nicht erfülle. Deutschland solle sich stärker auf die Entwicklung gemeinsamer Strategien konzentrieren, statt zu versuchen, die bestimmende Kraft bei Entscheidungsprozessen zu sein und die eigenen Interessen zu vertreten. Es sei von entscheidender Wichtigkeit, dass Deutschland sich für ein vereintes Europa engagiere und zu seiner Modellrolle zurückkehre.

Staatssekretär Eumann eröffnete mit seiner Rede einen Workshop, den das Zentrum für Europäische Integrationsforschung gemeinsam mit der Mediterranean Academy of Diplomatic Studies (MEDAC), Malta, am 17. Januar 2011 am ZEI veranstaltet hat. Der Workshop hat hierbei ZEI Studenten, ZEI Wissenschaftler und ein Dutzend junger Diplomaten aus dem Nahen Osten, dem Kaukasus sowie aus afrikanischen Ländern, die alle an der MEDAC studieren, zusammengeführt.

Die weiteren Sprecher waren unter anderem Dr. Andreas Marchetti, ZEI Fellow, sowie Karl Xuereb, Botschafter der Republik Malta in der Bundesrepublik Deutschland, die die aktuellen Entwicklungen der Union für das Mittelmeer diskutierten, Oberstleutnant Dr. Thorsten Weber vom Bundesministerium der Verteidigung, der über Deutschlands Sicherheits- und Verteidigungspolitik sprach sowie Dr. Gerhard Sabathil, Direktor für außenpolitische Strategie, Koordination und Analyse der Europäischen Kommission, der über den seit 2011 in Kraft getretenen Europäischen Auswärtigen Dienst informierte.

ZEI Direktor Professor Dr. Kühnhardt und MEDAC Direktor Professor Dr. Calleya bedankten sich beim Deutschen Akademischen Austauschdienst (DAAD). Die Studienreise und der gemeinsame Workshop wurden im Rahmen des vom DAAD gesponserten deutschen Lehrstuhls in Peace and Conflict Prevention an der MEDAC, den Frau Professor Dr. Monika Wohlfeld innehält, ermöglicht.

Die aktuelle Krise in Tunesien war ein omnipräsentes Thema während des Workshops, was den akademischen Fokus des ZEI, das sich mit Themen des Mittelmeerraums und ihrem Einfluss auf Deutschland und die EU befasst, unterstrich.

Weitere Informationen...

MEDAC Januar 2011

ZEI and MEDAC participants at the workshop "Germany in the EU and the Mediterranean" with Dr. Gerhard Sabathil, Director for Strategy, Coordination, and Analysis, Directorate-General External Relations, European Commission (center).

 

2010: The European Union in the Mediterranean.

Das Zentrum für Europäische Integrationsforschung (ZEI) der Universität Bonn führte am 2./3.Februar 2010 in Zusammenarbeit mit der Mediterranean Academy of Diplomatic Studies (MEDAC) der Universität Malta einen Workshop zum Thema „The European Union in the Mediterranean“ durch. Zum Auftakt des Workshops sprach der Staatsminister im Auswärtigen Amt, Dr. Werner Hoyer. Staatsminister Hoyer unterstrich, dass die institutionelle Diskussion in der EU jetzt zu Ende sei und die EU sich strategischen Perspektiven und Aufgaben zuwenden müsse. Dabei gelte es, Europas Position in der Globalisierung zu stärken. Im Bezug auf den ungelösten Nahost-Konflikt, so Hoyer, müsse die EU von prozeduralen Bemühungen zu einem neuen Gesamtansatz kommen, der die Statusfragen in den Mittelpunkt stelle. MEDAC Direktor Prof. Dr. Stephen Calleya appellierte an die Europäische Union, und insbesondere an Deutschland, eine Führungsrolle in dem Bemühen um die Wiederaktivierung des Nahost-Friedensprozesses zu übernehmen. ZEI Direktor Prof. Dr. Ludger Kühnhardt betonte, dass das ZEI sich seit seiner Gründung 1995 als deutscher wissenschaftlicher Vorreiter bei der stärkeren Beachtung der Mittelmeer-Thematik im Rahmen der europäischen Integration verstanden habe und diesen Aufgabenfokus auch weiterhin fortsetzen werde

Mehr als ein Dutzend Studierende der Mediterranean Academy of Diplomatic Studies – grösstenteils junge Diplomaten aus arabischen Staaten - kamen im Rahmen des Workshops mit den Studierenden des ZEI aus aller Welt sowie den Wissenschaftlern des ZEI zusammen. Im Rahmen eines Planspiels suchten sie gemeinsam nach einer Lösung des Nahost-Konflikts. Eine Podiumsdiskussion in Zusammenarbeit mit der Deutschen Welle diente der Erörterung des Euro-Arabischen Dialoges. Daran nahmen auch der Botschafter von Malta in Deutschland, John Paul Grech, ZEI Fellow Andreas Marchetti und Ibrahim Hussein vom United Nations Volunteer Programme teil. Botschafter Grech warnte vor einem „Zusammenprall von Unkenntnis“ im Verhältnis zwischen Europäern und ihren arabischen Nachbarn.

 

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Teilnehmer von ZEI und MEDAC am Workshop "The European Union in the Mediterranean" mit dem Botschafter von Malta in Deutschland, Dr. John Paul Grech (Mitte links)



2008: Der Mittelmeerraum zwischen Kontinuität und Wandel.

Die französische Politik, die im Sommer 2008 zur Gründung der „Union für das Mittelmeer“ führte, muss als Chance für die Mittelmeerpolitik der EU gewertet werden, da sie den entscheidenden Anstoß dazu gab, die bisherigen Ansätze kritisch zu überprüfen und somit neue Möglichkeiten eröffnet. Im Rahmen der EuroMeSCo-Jahreskonferenz, die vom 16. bis 17. Oktober in Amman stattfand, debattierten Teilnehmer aus den Ländern der Euro-Mediterranen Partnerschaft über die Herausforderungen zur gemeinsamen Gestaltung des Mittelmeerraums. In einer der sechs Arbeitsgruppen zeigte Andreas Marchetti, wissenschaftlicher Mitarbeiter am ZEI, Parallelen und Unterschiede zu den Erfahrungen der EU in Südosteuropa auf. Die Teilnehmer waren sich darin einig, dass eine erfolgreiche Mittelmeerpolitik nur gelingen könne, wenn der Geist der Kooperation und des „common ownership“ gestärkt werde.


2007: Menschenrechte im Mittelmeerraum.

Die diesjährige Jahreskonferenz der Euro-Mediterranean Study Commission (EuroMeSCo) fand von 3. bis 4. Oktober 2007 in Lissabon statt. Sie stand ganz im Zeichen der Menschenrechte als gemeinsames Anliegen des gesamten Euro-Mediterranen Raums. In Fallbeispielen und Workshops wurde ihre herausragende Bedeutung für die weitere Entwicklung des Mittelmeerraums und der Beziehungen zwischen der EU und den Mittelmeerdrittländern herausgestellt. Ein weiterer Fokus richtete sich auf die Frage nach den Implikationen des französischen Vorschlags einer „Mittelmeerunion“. Von Seiten des ZEI nahm ZEI-Mitarbeiter Andreas Marchetti an der EuroMeSCo-Jahreskonferenz und der sich anschließenden EuroMeSCo-Generalsversammlung teil.


2004:Die Rolle des erweiterten Europa im Nahost-Konflikt.

Von der EU wird einerseits gefordert, sich stärker für eine Lösung des Israelisch-Palästinensischen Konflikts einzusetzen, andererseits wird ihre Haltung von den unmittelbar beteiligten Seiten zur Zeit sehr kritisch beurteilt, da sie bei diesen häufig den Eindruck hinterlässt, im Konflikt weniger Vermittler als vielmehr selbst interessierte Partei zu sein. So lautete die Quintessenz eines Workshops im Rahmen der langfristigen Kooperation des ZEI mit der Konrad-Adenauer-Stiftung, der hochrangige Regierungsvertreter und Wissenschaftler aus Israel, den Palästinensischen Autonomiegebieten und Jordanien am 12. und 13. Juli 2004 in Amman zusammenführte.
Die Perspektiven, in Bälde zu einer Zwei-Staaten-Lösung zu gelangen, wurden von den Teilnehmern übereinstimmend als sehr schwierig eingeschätzt. Zwar sei die vom Quartett aufgestellte Road Map zurzeit der einzige Erfolg versprechende Lösungsansatz, doch fehle diesem momentan vor allem die notwendige Unterstützung durch die USA, da diese wegen des Irak-Konflikts ihre Kräfte andernorts gebunden sähen. Eine Chance zur Wiederbelebung des Friedensprozesses kann aber darin erblickt werden, dass Ende des Jahres einerseits die US-Präsidentschaftswahlen stattfinden und andererseits die neue EU-Kommission zusammentreten wird. Mit der Wiederwahl des russischen Präsidenten Putin im März 2004 kann damit für die drei maßgeblichen Mitglieder des Quartetts in den kommenden Jahren von einer zeitgleichen administrativen Kontinuität ausgegangen werden. Dies könnte im Sinne eines „window of opportunity“ genutzt werden, den Konflikt einer Lösung näher zu bringen.
Befürchtungen eines geringeren Engagements seitens der EU erscheinen aufgrund der Herausforderung der Osterweiterung zwar als berechtigt, doch hat sich durch die Erweiterung gerade in der EU das Bewusstsein dafür geschärft, dass Europa an einer Lösung des Nahost-Konflikts – auch geographisch – ein zentrales Interesse hat, weshalb vielmehr eine Intensivierung der diesbezüglichen Bemühungen der EU zu erwarten ist. Schließlich kommt dem Nahe Osten nach der Erweiterung nicht nur im Rahmen der europäischen Mittelmeerpolitik, sondern auch innerhalb der New Neighbourhood Policy eine entscheidende Rolle zu.


2004: Europas Rolle beim Wiederaufbau des Iraks.

Im Rahmen der mehrjährigen Kooperation des ZEI und der Konrad Adenauer-Stiftung im Bereich der Euro-Mediterranen Partnerschaft richteten beide Institutionen im März 2004 ein Seminar über Europas Rolle beim Wiederaufbau des Iraks aus. Das Seminar fand unter der Leitung von Dr. Peter Weilemann, Direktor des Europabüros Brüssel der KAS, und ZEI-Direktor Prof. Dr. Ludger Kühnhardt unter Teilnahme wichtiger Politikberater, Diplomaten und Wissenschaftler aus Europa, den USA und den arabischen Staaten einschließlich des Iraks statt. Einigkeit herrschte darüber, dass die Stabilisierung des Iraks in politischer, wirtschaftlicher und sicherheitspolitischer Hinsicht entscheidend für die Aussichten sei, in der gesamten Region einen Wandel herbeizuführen.


2003: Interner Reformbedarf wird tabufrei diskutiert.

Dringend erforderliche politische und ökonomische Reformen in der arabischen Welt haben eine zentrale Bedeutung für die konzeptionelle und strategische Weiterentwicklung des „Euro-Mediterranen Dialog“. Die intensiven Diskussionen über die Erkenntnisse und Folgerungen der bisher vorliegenden „Arab Human Development Reports“ in der arabischen Welt sind ein gutes Zeichen dafür, dass viele der Differenzen, die bisher die Beziehungen belastet haben oder sogar ein Tabu im euro-arabischen Dialog gewesen sind, schrittweise aufgebrochen und zu besseren Verhältnissen in den politischen und ökonomischen Systemen der arabischen Welt führen können. Die Erkenntnis breitet sich in der arabischen Welt aus, dass tief greifende Reformen in Richtung Demokratie und Marktwirtschaft unausweichlich sind und von innen vorgenommen werden, um sich nicht dauerhaftem äußeren Druck auszusetzen. Die Bestandsaufnahme bestimmte den Tenor der von intensiver und von bemerkenswerter Offenheit gekennzeichneten Diskussionen auf einem Workshop, zu dem das ZEI in Kooperation mit der Konrad Adenauer Stiftung und der Universität von Damaskus führende Wissenschaftler, Politiker und Politikberater aus verschiedenen arabischen und europäischen Staaten am 13. und 14. Dezember 2003 in Damaskus zusammenführen konnte.
Als Teil der langfristig angelegten Kooperation zum Euro-Mediterranen Dialog gelang es dadurch, erstmals auch in Syrien eine selbstkritische und konstruktive Diskussion über die wesentlichen Erkenntnisse des „Arab Human Development Report“ zu initiieren. Den Reformbedarf in der arabischen Welt benennt der „Arab Human Development Report“ unzweifelhaft mit der fehlenden politischen Freiheit in den meisten arabischen Ländern. Defizite bei der Entwicklung einer Wissensgesellschaft und der Zusammenhang von Demokratie, Rechtsstaatlichkeit und Menschenrechten mit den erforderlichen politischen und ökonomischen Reformen wurden ausführlich erörtert. Dadurch konnten Stereotypen hinsichtlich der Perzeption der arabischen Welt einer differenzierteren Betrachtung der südlichen Nachbarregion der EU weichen.
Diese Optik aber ist allgemein erforderlich, damit der euro-mediterrane Dialog nicht in eine konfrontative Richtung führt, sondern zu einer gemeinsamen, systemöffnenden und kooperativen Bemühung wird. Breiten Raum nahmen in den Diskussionen in Damaskus, an denen auch der Vizepräsident des syrischen Parlaments teilnahm, die Erfordernis von Reformen im Erziehungswesen und die Rolle der Medien in der Entwicklung der Zivilgesellschaft ein. Besonders ergiebig war der Erkenntnisfortschritt aufgrund von vergleichenden Betrachtungen der arabischen und der europäischen Erfahrungen und Herausforderungen.


2001: Does Culture Matter?

Das kulturelle Paradigma erlebt seit einiger Zeit eine neue Blüte in den Sozialwissenschaften. Offenbar bieten die aus spezifischen historischen Traditionen abgeleiteten Normen und Werte der politischen Kultur von Nationen und Völkern zunehmend überzeugendere Erklärungen für das tiefere Verständnis von politischen (Fehl-)Entwicklungen an. Während die Anhänger dieser Denkrichtung bestimmte kulturelle Faktoren hinter unterschiedlich ausgeprägten politischen Regierungsformen ausmachen, verweisen die Kulturkritiker auf die Rationalität der Entscheidungsfindung in demokratisch legitimierten Institutionen.
Eine von ZEF und ZEI gemeinsam organisierte und von der Volkswagen-Stiftung geförderte Tagung am 19./20. Juni widmete sich der Frage nach der Relevanz von Kultur als zentralem Erklärungsversuch für die Handlungsfähigkeit, Effizienz und Transparenz von staatlichen und gesellschaftlichen Institutionen. Die Region rund um das Mittelmeer fand in der Analyse besondere Berücksichtigung, nicht zuletzt aufgrund ihrer kulturellen und institutionellen Vielfalt und vor dem Hintergrund des so genannten Barcelona-Prozesses der Europäischen Union zur Förderung von Wohlfahrt, Modernisierung und Demokratisierung. Wissenschaftler, Beamte und Politiker aus Europa, den Vereinigten Staaten sowie dem Nahen und Mittleren Osten trafen sich in Bonn zum vermittelnden Dialog zwischen Theorie und Praxis. Sie stellten arbeitsfähige Konzepte zum Kulturbegriff vor und sprachen anhand von konkreten Fallbeispielen aus dem Euro-Mediterranen Raum relevante Empfehlungen für die Politikberatung aus. Prinz Hassan el Talal von Jordanien, Präsident des Club of Rome, rief bei dieser Gelegenheit zu vermehrten Anstrengungen im Dialog der Kulturen auf.
Einzelpublikationen befassen sich mit weiteren Aspekten der Euro-Mediterranen Thematik. Das ZEI steht Gastforschern aus den südlichen Partnerländern des Euro-Mediterranen Dialoges regelmäßig für Forschungsaufenthalte zur Verfügung.


1999-2004: Mediterranean Forum.

Das ZEI führte im jährlichen Turnus ein von der Thyssen-Stiftung gefördertes "Mediterranean Forum" mit hochrangigen Vertretern aus Wissenschaft und Politik durch. Dieses stand im Zusammenhang eines mehrjährigen Kooperationsprojektes des ZEI mit der Konrad-Adenauer-Stiftung, das für die Jahre 2002 bis 2004 bestand.

  1. Mediterranean Forum 1999: Bestandsaufnahme nach dem Stuttgarter
    Außenministertreffen im Rahmen des Barcelona-Prozesses.
  2. Mediterranean Forum 2001: Managing asymmetric interdependencies within the Euro-
    Mediterranean Partnership.
  3. Mediterranean Forum 2002: German Mediterranean Politics post 9/11.
  4. Mediterranean Forum 2003: Euro-Mediterranean Partnership: Beyond the Iraq Crisis
  5. Mediterranean Forum 2004: The CSCE as a Model for the Greater Middle East

 

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