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ZEI Discussion Paper C 221/2014

Günter Verheugen: Europäische Integration aus historischer Erfahrung. Ein Zeitzeugengespräch mit Michael Gehler

ZEI Discussion Paper C 221/2014

Das Zeitzeugengespräch – ein weiteres in der Reihe des ZEI zu ehemaligen deutschen EU-Kommissaren – dokumentiert die politische Herkunft und Sozialisation von Günter Verheugen in der FDP und SPD sowie seine Erfahrung mit der deutschen Sozialdemokratie als Oppositions- und als Regierungspartei in einer Rot-Grünen-Koalition. Die Kennzeichen und Unterschiede der EU-Kommissionen unter den Präsidentschaften von Romano Prodi und José Barroso, für die Verheugen als Erweiterungs- und Industriekommissar tätig war, werden deutlich Der Kommission wird nach wie vor politischer Einfluss attestiert, gleichwohl dieser in den Krisenjahren von den Nationalstaaten zurückgedrängt wurde. Von Anfang an war Verheugen dagegen, den Staaten des ehemaligen Ostblocks so lange wie möglich den Beitritt zur EG zu verwehren, wie viele Westeuropäer dies wollten. Gegen die Ansicht Henry Kissingers, die osteuropäischen Staaten als „Pufferzone“ gegen Russland zu behandeln, gab es den klaren politischen Auftrag, die EU-Osterweiterung voranzutreiben, die Verheugen als reaktive Politik beschreibt und als historisch-moralische Verpflichtung empfand. Dabei war Polen ein Schlüsselland und die Kommission ein strenger Partner. Sie entwickelte neue Instrumente zur Vorbereitung auf die Mitgliedschaft. Den Beitritt der Türkei befürwortet Verheugen ebenso wie das auch die Ukraine eine faire Chance zum Beitritt erhalten sollte.


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